
Die Entscheidung, ob Sie Ihre Wohnung selbst streichen oder einen professionellen Maler beauftragen, wirkt auf den ersten Blick einfach. Viele gehen davon aus, dass Selberstreichen automatisch günstiger ist. In der Praxis zeigt sich jedoch häufig ein anderes Bild: Zeitaufwand, Materialkosten und typische Fehler werden unterschätzt – und am Ende entstehen Mehrkosten, die vorher niemand eingeplant hat.
Gerade in Städten wie München, wo Wohnungen oft Altbaucharakter haben oder mehrere Renovierungen hinter sich, zeigt sich schnell, ob ein Anstrich fachgerecht durchgeführt wurde. Fleckige Wände, sichtbare Übergänge oder ungleichmäßige Farbflächen sind typische Ergebnisse, wenn Vorbereitung oder Technik nicht stimmen.
In diesem ausführlichen Ratgeber erfahren Sie von unseren Maler München Profis, wann sich Selberstreichen wirklich lohnt, wann ein Malerbetrieb die bessere Wahl ist und wie sich die Kosten realistisch vergleichen lassen. Ziel ist es, Ihnen eine klare Entscheidungsgrundlage zu geben – ohne Überraschungen im Nachhinein.
Warum diese Entscheidung oft unterschätzt wird
Viele betrachten das Streichen als einfache Aufgabe: Farbe kaufen, Rolle nehmen und loslegen. Doch genau hier liegt das Problem. Ein sauberer, gleichmäßiger Anstrich besteht zu einem großen Teil aus Vorbereitung, Technik und Erfahrung.
Was viele nicht bedenken:
- unterschiedliche Wandstrukturen reagieren verschieden auf Farbe
- Lichtverhältnisse machen Fehler erst nach dem Trocknen sichtbar
- falsche Technik führt zu Streifen oder Flecken
- günstige Farbe spart kurzfristig Geld, kostet aber langfristig mehr
Genau deshalb ist die Frage „Selber streichen oder Maler“ keine reine Kostenfrage, sondern eine Abwägung aus Zeit, Qualität und Risiko.

Wann lohnt es sich, selbst zu streichen?
Selberstreichen kann eine sinnvolle Option sein – allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen. Wer diese kennt, kann realistisch einschätzen, ob sich der Aufwand lohnt.
Selbst zu streichen ist vor allem dann sinnvoll, wenn:
- nur einzelne Wände oder kleine Räume gestrichen werden
- der Untergrund bereits glatt und in gutem Zustand ist
- keine starken Farbwechsel notwendig sind
- ausreichend Zeit zur Verfügung steht
- ein perfektes Ergebnis nicht zwingend erforderlich ist
Gerade bei einfachen Projekten wie einem Auffrischen weißer Wände kann das Selberstreichen Kosten sparen. Voraussetzung ist jedoch, dass sauber gearbeitet wird und die richtigen Materialien verwendet werden.
Wichtig: Sobald mehrere Räume oder schwierige Untergründe ins Spiel kommen, steigt das Risiko für Fehler deutlich.

Wann ist ein Malerbetrieb die bessere Wahl?
Sobald der Aufwand steigt, kippt die Rechnung häufig zugunsten eines professionellen Malers. Viele Probleme entstehen genau dann, wenn Laien versuchen, komplexere Arbeiten selbst umzusetzen.
Ein Malerbetrieb ist besonders sinnvoll:
- bei größeren Wohnungen oder kompletten Renovierungen
- bei Altbauwohnungen mit ungleichmäßigen Wänden
- bei Flecken, Nikotin, Wasserflecken oder dunklen Farben
- bei hohen Decken oder schwer zugänglichen Flächen
- wenn ein sauberes Ergebnis entscheidend ist (z. B. bei Auszug)
Gerade typische Fehler wie fleckige Wände entstehen häufig durch fehlende Erfahrung. Mehr dazu hier:

Wände streichen fleckig – Ursachen und Lösungen
Ein professioneller Maler erkennt Probleme frühzeitig, bereitet den Untergrund korrekt vor und sorgt für ein gleichmäßiges Ergebnis – ein entscheidender Vorteil, der oft unterschätzt wird. Erfahren Sie hier mehr dazu, warum Ihre Wände vom streichen fleckig geworden sind

Kostenvergleich: Selber streichen vs. Maler
Der wichtigste Entscheidungsfaktor ist für viele der Preis. Doch ein direkter Vergleich ist nicht so einfach, wie er auf den ersten Blick erscheint.
Selber streichen – typische Kosten
- Farbe: ca. 50 – 150 € pro Raum
- Werkzeuge: 50 – 150 €
- Abdeckmaterial: 30 – 100 €
- ggf. zusätzliche Materialien (Spachtel, Grundierung)
Gesamtkosten: ca. 100 – 400 € pro Raum
Malerbetrieb – typische Kosten
- 1 Zimmer Wohnung: ca. 500 – 900 €
- 2 Zimmer Wohnung: ca. 800 – 2.000 €
- 3 Zimmer Wohnung: ca. 1.500 – 3.500 €
Eine detaillierte Übersicht finden Sie hier: Maler Preise in München – Kosten im Überblick
Der entscheidende Unterschied
Der Preisunterschied wirkt zunächst groß – doch er relativiert sich, wenn man folgende Punkte berücksichtigt:
- Zeitaufwand (mehrere Tage vs. wenige Stunden)
- Risiko von Fehlern und Nacharbeiten
- Qualität und Haltbarkeit des Ergebnisses
In vielen Fällen ist der Maler langfristig die wirtschaftlichere Lösung.
Typische Fehler beim Selberstreichen – und ihre Folgen
Viele Probleme entstehen erst während der Arbeit oder werden erst nach dem Trocknen sichtbar. Zu den häufigsten Fehlern gehören:
Ungleichmäßiger Farbauftrag
Führt zu sichtbaren Streifen oder Flecken.
Zu wenig Farbe verwendet
Die Wand deckt nicht vollständig – ein zweiter Anstrich wird notwendig.
Falsche Technik
Kein „nass in nass“ arbeiten führt zu Ansätzen.
Unzureichende Vorbereitung
Schmutz, alte Farbe oder unebene Wände wirken sich direkt auf das Ergebnis aus.
Diese Fehler führen oft dazu, dass die Arbeit doppelt gemacht werden muss – mit entsprechend höheren Kosten.
Zeitaufwand: Der unterschätzte Faktor
Ein Punkt, der bei der Entscheidung häufig vernachlässigt wird, ist der Zeitaufwand. Während ein Malerbetrieb effizient arbeitet, benötigen Laien deutlich länger.
Typischer Ablauf beim Selberstreichen:
- Möbel ausräumen und abdecken
- Wände vorbereiten
- erster Anstrich
- Trocknungszeit
- zweiter Anstrich
- Nacharbeiten
Gerade bei mehreren Räumen summiert sich der Aufwand schnell auf mehrere Tage.

Qualität und Ergebnis – der größte Unterschied
Der wohl wichtigste Unterschied liegt im Endergebnis. Ein professioneller Maler sorgt für:
- gleichmäßige Farbflächen
- saubere Kanten
- langlebige Ergebnisse
- hochwertige Verarbeitung
Beim Selberstreichen sind selbst kleine Fehler sofort sichtbar – insbesondere bei großen Flächen oder ungünstigem Lichteinfall.
Gerade bei Wohnungsübergaben kann das entscheidend sein.

Wann wird Selberstreichen am Ende teurer?
Viele beginnen mit dem Ziel, Geld zu sparen – und zahlen am Ende mehr. Typische Szenarien:
- zusätzlicher Anstrich notwendig
- falsche Farbe gekauft
- Werkzeuge mehrfach gekauft
- nachträgliche Beauftragung eines Malers
Besonders häufig: Erst selbst streichen, dann doch einen Maler beauftragen.

Häufige Fragen (FAQ)
Ist Selberstreichen wirklich günstiger?
Auf den ersten Blick wirkt Selberstreichen deutlich günstiger, da nur Materialkosten anfallen. In der Praxis zeigt sich jedoch häufig, dass Fehler wie ungleichmäßige Anstriche oder fehlende Deckkraft zusätzliche Arbeit verursachen. Werden Nachbesserungen oder ein zweiter Anstrich notwendig, steigen Zeitaufwand und Kosten schnell an – teilweise sogar über die Kosten eines professionellen Malers hinaus.
Wann lohnt sich ein Maler besonders?
Ein Malerbetrieb lohnt sich vor allem bei größeren Wohnungen, mehreren Räumen oder schwierigen Untergründen. Auch bei Altbauwänden, starken Farbunterschieden oder Flecken ist Erfahrung entscheidend für ein sauberes Ergebnis. Besonders bei Terminen wie einer Wohnungsübergabe kann ein professioneller Anstrich Zeit sparen und spätere Probleme vermeiden.
Wie viel Zeit sollte man einplanen?
Der Zeitaufwand hängt stark vom Umfang der Arbeiten ab. Während ein einzelner Raum mit Vorbereitung und Trocknung mehrere Stunden in Anspruch nehmen kann, dauert das Streichen einer kompletten Wohnung oft mehrere Tage. Neben dem eigentlichen Streichen sollten auch Vorbereitung, Abkleben, Trocknungszeiten und mögliche Nacharbeiten eingeplant werden.
Was ist der größte Fehler beim Streichen?
Der häufigste Fehler ist eine unzureichende Vorbereitung der Wände. Unebenheiten, Schmutz oder alte Farbschichten führen dazu, dass die neue Farbe nicht gleichmäßig haftet. Zusätzlich sorgt eine falsche Technik – etwa ungleichmäßiger Farbauftrag oder fehlendes „nass in nass“ Arbeiten – für sichtbare Streifen und Flecken im Endergebnis.
Kann man fleckige Wände einfach überstreichen?
In vielen Fällen hilft ein weiterer Anstrich, um ein gleichmäßigeres Ergebnis zu erzielen. Voraussetzung ist jedoch, dass die Wand richtig vorbereitet wird und ausreichend Farbe verwendet wird. Bei starken Flecken oder ungleichmäßig saugenden Untergründen ist oft eine Grundierung notwendig, bevor erneut gestrichen werden kann.
Welche Farbe eignet sich am besten für gleichmäßige Wände?
Hochwertige Dispersionsfarben mit hoher Deckkraft sorgen für ein deutlich gleichmäßigeres Ergebnis. Günstige Farben decken oft schlechter und benötigen mehrere Anstriche, was am Ende mehr Zeit und Material kostet. Besonders bei dunklen Untergründen oder Farbwechseln lohnt es sich, auf Qualität zu achten.
Wie vermeidet man Streifen und Flecken beim Streichen?
Entscheidend ist die richtige Technik: Die Farbe sollte gleichmäßig und ohne Unterbrechung („nass in nass“) aufgetragen werden. Außerdem ist es wichtig, ausreichend Farbe auf der Rolle zu haben und die Wand vorher vorzubereiten. Unterschiedliche Untergründe sollten mit einer Grundierung ausgeglichen werden, um ein gleichmäßiges Ergebnis zu erzielen.